Modern IT - Modern Workplace - Modern Collaboration

Allgemein

PowerApps – Nur heiße Luft?

Das App-Wunder von Microsoft: PowerApps. Große Werbeslogan versprechen das nun jeder ohne Programmierkenntnisse eine App bauen kann und das direkt für jedes Endgerät. Natürlich habe ich mir das vor einiger Zeit direkt angesehen und getestet ob es wirklich geht … und nun ja, an der Werbung ist etwas dran.


Die SharePoint Online App

Also wie beginne ich denn nun mit einer PowerApp?

Diese Frage habe ich mir gestellt und bin dabei über einen Punkt in SharePoint Online gestolpert, denn hier steht tatsächlich „PowerApps -> App erstellen“.

2018-02-24_21-39-59

Mit einem Klick und der Vergabe eines Namens geht es auch schon los. Vollkommen automatisch wird aus meiner SharePoint Online Liste auf der ich mich gerade befinde eine App generiert und nach wenigen Minuten kann ich diese auch über mein iPhone aufrufen. „Wow, das ging leicht“ – denke ich mir, aber jetzt frage ich mich natürlich geht das nur mit SharePoint Online so einfach? Die Antwort hierauf lautet ganz klar: jein.

Die eigene App – Ideen

Nach meinem ersten Versuch mit einer SharePoint Online-PowerApp möchte ich nun selber eine App bauen. Dazu brauche ich natürlich erst einmal eine Idee, nach kurzer Überlegung habe ich keine, nach etwas längerer Überlegung fallen mir dann aber doch dutzende Szenarien ein. Kollegen müssen ständig Datenbanken klonen, Berichte der Auszubildenden müssen monatlich kontrolliert werden und virtuelle Maschinen für Testzwecke wollen beantragt werden, dies sind nur ein paar Ideen. Meine Kollegen haben noch mehr davon, der Essensplan der Firma, der Status der Meeting Räume, eine Messeverwaltung, Vertriebskoordinierung und ich könnte noch weiter machen. Also Ideen haben wir bauen wir eine App.

Die eigene App – Umsetzung

Nun also erstellen wir erst einmal eine leere PowerApp. Und auf einmal fühlt man sich doch etwas hilflos, denn außer einem weißen „Screen“ haben wir nichts.

2018-02-24_21-56-09

Gut also erst mal die Wahl einer Datenquelle, denn irgendwoher müssen die Daten ja kommen mit denen wir arbeiten wollen. Und da fängt es schon an: SQL, SharePoint CosmosDB, OneDrive, DropBox, CommonDataService, Adobe Creative Cloud oder FTP. Microsoft bietet mittlerweile gut Hundert sogenannter “Connectoren” an und nicht nur die aus dem eigenen Haus, auch Google, Salesforce, Oracle, Twitter und viele mehr sind dabei.

Wenn ich eine Datenquelle habe muss ich beginnen meine App zu Designen und das ist dann schon auch schon nicht mehr so einfach und schnell bin ich dabei Variablen zu definieren, „if“-Abfragen zu bauen und auch externe Azure Functions oder Flows aufzurufen. Aus dem vermeintlich einfachen zusammenstellen der App wird dann doch etwas zwischen Drag-and-Drop und Programmierung. Das kann und möchte dann schon nicht mehr jeder machen.


Fazit

Nun gut, die Werbung hat zumindest auch nicht unrecht. Für kleine Aufgaben und vor allem wenn es nicht schick und intuitiv sein soll kann PowerApp schnell zu einem mächtigen Tool werden. In einer DevOps-Abteilung ist es ein sehr mächtiges Werkzeug und bringt die Kollegen schnell dazu administrative Aufgaben zu verpacken.

Für eine ausgereifte App-Erfahrung für Endanwender muss jedoch ein gewisses Maß an Programmierverständnis und auch einen guten Plan vorhanden sein, denn eine PowerApp muss man immer noch Supporten.

Das genialste ist aber, es muss sich niemand darum kümmern das die App auf einem Betriebssystem läuft, denn Microsoft nimmt eine PowerApp im Huckepack-Prinzip auf und stellt diese allen gängigen Android und iOS Geräten zur Verfügung. Und so bin ich persönlich ein großer Freund von PowerApps und glaube das es in jedem Unternehmen mindestens ein Einsatzszenario gibt.

Ergo: Nicht nur heiße Luft!

%d bloggers like this: